Pflege trockener Haut

Hautgesundheit

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Normalerweise spüren Sie es sehr deutlich, wenn Ihre Haut trocken und empfindlich ist. Die Hautoberfläche fühlt sich rau an und beginnt schnell zu schuppen. Außerdem verliert sie an Elastizität und es zeigen sich verstärkt feine Linien und Fältchen. Häufig tritt ein Spannungsgefühl auf. Stark trockene Haut ist leicht gerötet, rissig und juckt. Sie reagiert offensichtlich gereizt auf viele äußere Einflüsse und neigt zu Entzündungen.

Neben diesen sichtbaren und spürbaren Zeichen einer trockenen und empfindlichen Haut können verschiedene Hautanalyseverfahren den medizinischen Zustand der Haut ganz konkret ermitteln. Als aussagekräftige Messungen gelten die Bestimmung des transepidermalen Wasserverlusts (TEWL), der relativen Feuchtigkeit der Hornschicht (Corneometrie) sowie des Fettspiegels auf der Hautoberfläche (Sebumetrie). Die Messung des transepidermalen Wasserverlusts ist einer der wichtigsten Parameter zur Beurteilung der tatsächlichen Schutzfunktion der Haut. Ein niedriger TEWL-Wert charakterisiert einen guten Hautzustand.

Medizinische Kennzeichen trockener, fettarmer Haut:
  • verminderte Talgdrüsenaktivität
  • vermindertes Wasserbindungsvermögen
  • und/oder Störung des Hornschichtaufbaus

Ursachen trockener Haut:

Es gibt vielerlei Ursachen für trockene Haut, die häufig zusammenspielen. Der Mangel an natürlichen Feuchthaltefaktoren und Hautfetten sowie die verminderte Talgproduktion können altersbedingt sein, es können eine erbliche Veranlagung oder Erkrankungen dahinterstecken, aber auch äußere Faktoren wirken sich auf den Hautzustand aus.

    • 1. Altersabhängige Faktoren

      Trockene und empfindliche Haut ist charakteristisch für die Haut in sehr jungen Jahren sowie im fortgeschrittenen Alter.

      • Bei Säuglingen ist die Haut noch nicht vollständig ausgereift. Sie ist unter anderem drei- bis fünfmal dünner als die Haut von Erwachsenen und Hornschicht und Säureschutzmantel sind noch nicht stabil. Folglich ist Babyhaut sehr empfindlich und trocknet schneller aus.
      • Bei älteren Menschen hängt der trockene Hautzustand mit dem natürlichen Alterungsprozess zusammen. Wie jedes andere Organ altert auch die Haut. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Hautzellen erneuern, lässt mit dem Alter nach, die Talgdrüsen produzieren weniger Fett, außerdem sinkt die Fähigkeit, Feuchtigkeit zu binden. All dies führt zu einer zunehmenden Trockenheit und erhöhten Empfindlichkeit der Haut.
    • 2. Trockene und empfindliche Haut bei Neurodermitis

      Trockene, schuppige oder rissige Haut kann auch ein Kennzeichen kranker Haut sein und ist z. B. ein typisches Symptom für Neurodermitis. Bei Neurodermitispatienten sind Menge und Zusammensetzung der Fette zwischen den Hornzellen in der äußersten Hautschicht verändert. Dabei fehlt es der Haut unter anderem an Fettstoffen, die als natürliche Feuchthaltefaktoren die Aufgabe haben, Wasser zu binden. Die verminderte Talgproduktion und der erhöhte Wasserverlust führen zu einer gestörten Hautbarriere und einer starken Hauttrockenheit, die mit heftigem Juckreiz verbunden ist.

    • 3. Krankheitsbedingte Faktoren

      Neben Hauterkrankungen (z. B. Neurodermitis, Psoriasis) kann starke Hauttrockenheit durch Störungen des Fettstoffwechsels, des Wasserhaushalts und verminderte Talgproduktion verursacht werden, die mit anderen organischen Erkrankungen in Zusammenhang stehen (z. B. Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus, chronische Darmerkrankungen, ausgeprägte Nahrungsmittelunverträglichkeiten). Zudem kann stark trockene Haut als Nebenwirkung mancher Medikamente auftreten.

    • 4. Äußere Einflüsse

      Nicht zu unterschätzen sind die Auswirkungen, die äußere Einflüsse auf den Zustand und die Funktionsfähigkeit der Haut haben. Klimafaktoren wie Wind, starke Kälte, Sonneneinstrahlung und geringe Luftfeuchtigkeit, beispielsweise durch Heizungsluft, begünstigen die Entwicklung einer trockenen und fettarmen Haut. Auch zu häufiges und intensives Waschen oder Hautpeelings greifen die Oberhaut und den Wasser-Fettschutz-Mantel an und erhöhen die Durchlässigkeit der Hautbarriere.

Trockene und empfindliche Haut tritt häufig auf bei:
  • älteren Menschen
  • Babys und Kleinkindern
  • Patienten mit Hauterkrankungen (Neurodermitis, Psoriasis, allergischen Hauterkrankungen)
  • Patienten mit bestimmten inneren Erkrankungen
  • Personen, die Wind und Wetter ausgesetzt sind
  • Personen, die oft baden oder duschen oder auch beruflich häufigen Hautkontakt mit Wasser haben
hautbarriere spirale

Folgen trockener Haut:

Trockene Haut steht am Anfang einer Spirale, die zu einer stetigen Verschlechterung des Hautbildes und zunehmenden Einbußen der Hautfunktion führt. Fehlt es der Haut an Fett und Feuchtigkeit, so wird die Hornschicht zunehmend durchlässiger und verliert immer mehr ihre Schutzfunktion. Schädliche Substanzen können leichter eindringen und Hautirritationen und Entzündungsreaktionen hervorrufen. Gleichzeitig verliert die Haut weiter an Feuchtigkeit. Schließlich wird sie so empfindlich, dass selbst kleinste Reizungen die Haut schädigen.

Ein typisches Beispiel für diesen Prozess ist das chronische Handekzem, eine entzündliche Erkrankung, die weitgehend auf die Hände begrenzt ist. Zunächst ist die Haut an den Händen sehr trocken und zunehmend gereizt. Entwickeln sich schließlich juckende Bläschen, kleine Risse oder aufgeplatzte Fingerkuppen, kann es zu massiven Beschwerden und Schmerzen kommen. In manchen Berufen, z. B. bei Friseuren, Floristen, Fliesenlegern oder Reinigungskräften, wird die Haut an den Händen durch häufigen und anhaltenden Kontakt mit Wasser, Seifen und Lösungsmitteln stark belastet. Ohne entsprechenden Hautschutz besteht für diese Berufsgruppen ein erhöhtes Risiko für Handekzeme. Weitere Informationen zum chronischen Handekzem finden Sie auf unserer Seite: www.dha-handekzem.de

Pflege trockener und empfindlicher Haut

Die gezielte und behutsame Pflege der trockenen und empfindlichen Haut trägt entscheidend dazu bei, das Hautbild zu verbessern und die Haut langfristig gesund zu erhalten. Pflegeprodukte, die speziell für trockene und empfindliche Haut entwickelt wurden, sollen den Fett- und Feuchtigkeitsmangel ausgleichen, die Geschmeidigkeit der Haut wiederherstellen, ihre Barrierefunktion verbessern und vor weiterer Austrocknung schützen. Maßgeblich für die Wirkung des Produkts sind die Art seiner Zubereitung und die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe und Pflegesubstanzen.

Zur Pflege trockener Haut sind Emulsionen mit hohem Fettanteil besonders gut geeignet. Sie bilden einen leichten Fettfilm auf der Haut und verhindern, dass hauteigene Feuchtigkeit nach außen abgegeben werden kann. Gleichzeitig versorgen sie die Hornschicht mit Fett. Dadurch wird die Haut vor Austrocknung geschützt und raue, schuppige Haut wird wieder elastischer.

Die Anwendung reiner Fettsalben ohne Wasseranteil kann zumeist nicht empfohlen werden. Dies gilt insbesondere, wenn die trockene Haut zu Ekzemen neigt oder Entzündungszeichen zeigt. Denn während bei wasserhaltigen Emulsionen der Fettfilm auf der Haut luftdurchlässig ist und einen leichten Wärmeausgleich der Haut ermöglicht, kann eine reine Fettsalbe diese Regulation blockieren, so dass ein Wärmestau entsteht, der entzündungsfördernd wirkt.

Bei der Hautreinigung helfen Pflegeprodukte mit rückfettenden Substanzen den Feuchtigkeitsverlust auszugleichen. Das ersetzt jedoch nicht das Eincremen der Haut nach jedem Baden und Duschen.

Allgemeine Pflegeempfehlungen für trockene und empfindliche Haut

Achten Sie auf die Eigenschaften der Pflege- und Reinigungsprodukte.
  • Die Pflegeprodukte sollten den Fettanteil in der Hornschicht erhöhen und den Wasserverlust mindern. Cremes, die zusätzliche Feuchthaltesubstanzen enthalten, sind besonders geeignet.
  • Zur Hautreinigung sind milde, rückfettende Mittel geeignet, die einen hautfreundlichen pH-Wert zwischen 4 und 6,5 haben.
  • Alle Pflegeprodukte sollten nachweislich hautstabilisierende, reizlindernde Eigenschaften haben.
  • Die Pflegeprodukte sollten möglichst keine Inhaltsstoffe enthalten, von denen bekannt ist, dass sie Allergien auslösen. Dazu gehören z. B. einige Konservierungs-, Farb- und Duftstoffe.
  • Achten Sie darauf, dass die Produkte auf Hautverträglichkeit dermatologisch geprüft sind.
Beachten Sie die Anwendungshinweise.
  • Tragen Sie die Creme nicht zu dick, sondern lieber häufiger und regelmäßig auf.
  • Achten Sie auf Hygiene. Cremen Sie die empfindliche Haut nur mit sauberen Fingern ein und verschließen Sie Tuben und Flaschen nach Gebrauch.
  • Bei der Hautreinigung gilt: Lieber duschen als baden und das höchstens einmal pro Tag maximal 10 Minuten. Die Wassertemperatur sollte 35 °C nicht übersteigen.
  • Verteilen Sie die Reinigungsmittel sparsam auf der nassen Haut und spülen Sie diese anschließend gründlich ab.
  • Gehen Sie beim Abtrocknen sanft mit der Haut um. Nicht rubbeln sondern empfindliche Haut besser trockentupfen.
  • Cremen Sie die Haut nach der Reinigung gut mit einer Pflegecreme oder -lotion für trockene Haut ein.

Aktuelle Pressemeldung

An jedes Waschbecken eine Handcreme

Handhygiene und Hautschutz miteinander vereinbaren

Bonn, 03.08.20 Die derzeitige Entwicklung der Corona-Pandemie zeigt sehr deutlich, dass die Hygienemaßnahmen zum Schutz vor Ansteckung weiterhin ernst zu nehmen sind. Dazu gehört neben Abstandhalten und Mund-Nasen-Schutz auch häufiges, gründliches Händewaschen. Für die Haut bleibt das oft nicht ohne Folgen: Sie wird zunehmend trocken, schuppig und rissig. Damit sich kein Handekzem entwickelt, sollte an jedem Waschbecken und auf dem Nachttisch eine Handcreme liegen.

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